Die Erwählte (Throne of Glass #1)


Die Erwählte (Throne of Glass #1) von Sarah J. Maas

Zusammenfassung:

Celaena Sardothien ist jung, schön und zum Tode verurteilt. Doch dann taucht Chaol Westfall, Captain der Leibgarde, auf und bietet ihr eine einige Chance zum Überleben. Kronprinz Dorian hat sie dazu auserlesen einen tödlichen Wettkampf zu bestreiten: Wenn es ihr gelingt, für ihn 23 kampferprobte Männer zu besiegen, wird sie ihre Freiheit wiedererlangen. Beim gemeinsamen Training mit Captain Westfall findet sie immer mehr Gefallen an dem jungen, geheimnisvollen Mann. Und auch der Kronprinz lässt sie nicht kalt. Zeit, über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt ihr allerdings nicht. Denn etwas abgrundtief Böses lauert im Dunkeln des Schlosses - und es ist da, um zu töten.

Rezension:

Das Buch gehört für mich zu der Kategorie "unterhaltend - aber nicht wirklich gut". Es gibt einige Dinge, die es gut macht, einige Dinge, die es nicht so gut macht, einige Dinge, die mich persönlich stören und einige Dinge die mich ziemlich nerven. Aber ich konnte es gut lesen (in einem Rutsch, um genau zu sein - abgesehen von den kurzen Unterbrechungen in denn ich mir genervt die Hand an den Kopf respektive meinen Kopf gegen die Wand geschlagen habe), es ist angenehm geschrieben, immer passiert irgendetwas (auch, wenn ich teilweise gerne mehr über Themen erfahren hätte, die einfach übergangen wurden - looking at you, Turnier) und die Charaktere (wenn teilweise auch ein wenig nervig) sind auf einem Niveau, dass sich immer gut ertragen lässt (auch, wenn ich einige von ihnen wirklich nicht sonderlich gut finde/viel zu schnell durchschaut habe oder ähnliche Makel aufweisen). 
Ich habe dieses Buch primär gelesen, weil ich den Hype darum mitbekommen habe (ich beeinflussbares Ding). Vielleicht hätte ich das nicht gemacht, hätte ich vorher mehr über das Buch gewusst als "krasse Assassinin macht Zeug". Aber, schlussendlich, bereue ich es nicht, dass ich es doch gelesen habe. Wie gesagt, es ist nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltend. Finde ich allerdings, dass das Buch den Hype verdient hat? Nicht wirklich. Vielleicht sind ja die folgenden Teile besser. Kurzgesagt: Es hat mich genug unterhalten, dass ich mir sicher noch den nächsten Teil durchlesen werde.

Das war jetzt nicht sonderlich ausführlich. Ima, was hat dir denn eigentlich genau nicht gefallen? Ist es Celaena, die so von sich selbst besessen ist? Oh, nein, absolut gar nicht. Also, nicht in dem Sinne, wie es viele Leute zu kritisieren scheinen. Ganz ehrlich - mir hat es ziemlich gefallen, dass Maas ihr diese etwas "dreisteren" Charakteristika zugeschrieben hat, hat sie irgendwie interessanter gemacht, etwas dynamischer. Nur weil man ein Assassine ist, darf man doch immerhin noch ein "girly girl" sein, nicht? Macht sie, in meinen Augen lebendiger und unterscheidet sie damit von einigen anderen Protagonistinnen (Ganz ehrlich - ich habe schon seit einiger Zeit immer mehr die Nase voll von den ganzen "Oh, aber ich bin so hässlich"-Mädchen, mit ihren ganzen "Wieso findest du mich so hübsch"-s und "Ich passe doch gar nicht zu dir, weil ich so viel schlechter aussehe"-s und geniesse es die ganzen "Pah! Wieso reagiert er nicht auf mein gutes Aussehen?"- und "Haha, ich bin halt sexy"-Kommentare zu lesen. Finde ich auch ziemlich unterhaltsam.). An Celaena hat mich allerdings schon einiges gestört. Dann ist es also, dass sie ihre Fähigkeiten nie wirklich zeigt und nur davon redet und dass nicht die bad-ass Protagonistin ist, die uns versprochen wurde? Ehm... nein, auch nicht ganz. Vor allem den ersten Teil finde ich ein wenig Schwachsinnig. Immerhin nimmt sie an diesem Turnier teil, nachdem sie ein Jahr lang kein Training hatte (glaub mir, ich merke schon nach einem Monat ohne Training, dass ich zurückgefallen bin - auch wenn das natürlich ganz andere Situationen sind, das Prinzip stimmt) und gewinnt. (Also: Klappe auf den billigen Plätzen! Oder so. Nicht wirklich.) In dem Sinne glaube ich, dass sie eigentlich auch wirklich hält, was von ihr versprochen wurde. Was mich mehr stört, ist, wie sie die ganze Zeit für ihre Intelligenz gelobt wird, aber es dann nicht schafft, ihre Arroganz minimal runter zu schlucken um ein wenig Taktik in die Art bringt, wie sie das Turnier ansieht (dafür braucht sie dann Chaol). Anfangs dachte ich nämlich noch, dass sie jetzt irgendeine krasse Strategie auspacken würde - immerhin kritisiert sie ja genau das an den anderen Teilnehmern, dass diese so stumpf wirken - aber dann macht sie einfach eins auf "ich stampfe sie alle in den Boden" bis sie auf die Schwachstellen eines solchen Vorgehens (ich scheue mich "Planes" zu sagen) hingewiesen wird.


Aber eigentlich ist es wirklich nicht Celaena, die mich gestört hat. Von den Charakteren fand ich sie mit unter eigentlich am lustigsten, angenehmsten. Nicht immer vollständig gut ausgearbeitet, ihr Wandel am Ende ist auch eher fragwürdig, und sie ist auch nicht üüübermässig interessant, aber, wie gesagt, angenehm und unterhaltend. Ich hatte mehr Probleme mit unseren beiden sexy Jünglingen. Dorian scheint mir einfach, als hätte er sich ein wenig um das ganze Charakter-Entwicklung-Dingenskirchen gemogelt (Von verruchten Frauenheld zu "ich kann nur diese eine Frau lieben" - ehm... Was?), hat mich zwar nicht sonderlich gestört, aber dadurch ist er für mich einfach ziemlich irrelevant geworden. Er war halt... da und das war ok für mich, aber interessiert hat er mich nicht. Das Gleiche könnte man auch über Chaol sagen, wobei dort das Problem war, dass ich das Gefühl hatte, dass ich irgendwie mit ihm mitfiebern sollte oder so etwas, dass ich mich mehr für ihn interessieren sollte. Das Problem ist, dass er vielleicht so mysteriös war, dass er mir einfach langweilig vorkam. Ausserdem war diese ganze "ich habe keine Ahnung, weshalb mich dieses Mädchen so sehr rührt :0"-Geschichte irgendwie ermüdend ("Junge, wir wissen alle, das du auf sie stehst. Reiss dich mal so minimal zusammen und sei kein Dummkopf.").
Daneben gibt es natürlich auch noch Nehemia, aber sie kam mir irgendwie so gezwungen "unterschwellig krass" vor, dass ich mich auch nicht weiter für sie interessieren kann. Ich habe das Gefühl, wäre mehr mit ihr interagiert worden, würde man mehr über sie erfahren, hätte sie um einiges besser gewirkt.
Von den "Bösewichten" waren dann allerdings alle noch viel weniger gut ausgearbeitet. Ich habe die Intrigen sehr schnell - viel zu schnell - durchschaut (auch wer das eigentlich eingefädelt hatte und bla) und war danach einfach ein wenig desinteressiert. Ansonsten wirken sie alle ein wenig sehr langweilig. Sehr oberflächlich. Sie wirkten irgendwie, als hätten sie kein konkretes Ziel, als hätten sie keinen Antrieb, würden einfach mal machen, wodurch sie irgendwie kaum bedrohlich wirken. 

Ausserdem hätte ich gerne einiges mehr World-Building gehabt. Ich meine, man weiss wirklich kaum etwas über Erilea. Ich schätze, das kommt alles in den nächsten Büchern nach und nach (genau, wie das Konzept der Magie sicher bald eingeführt wird), aber hier wäre ein wenig Hintergrundwissen auch schon wirklich hübsch gewesen, finde ich. 

Was war das aber noch gleich mit den Elementen, die übergangen werden? Jaa... *seufz*. Irgendwie wurde dieses ganze Turnier so gut wie ignoriert, bis halt auf einige wenige Szenen, aber damit hat es sich auch schon. Das Gleiche mit den Morden. Irgendwie wurde das dann einfach überspielt und viel mehr Wert auf andere, weniger interessante Szenen gelegt, so dass man kaum ein Gefühl für Celaenas Lage hatte. Dadurch wirkt das Buch, als hätte es einige spannungsmässigen Durchhänger. Ausserdem wirken so einige Charaktere kaum - Nox zum Beispiel wird zwischendurch irgendwie einfach vergessen, nachdem man meinen könnte, dass die Lebensrettungsszene ihn irgendwie speziell gemacht hat (oder Ähnliches - man riskiert doch nicht sein Leben für eine irrelevante Person, die danach keine Rolle mehr spielt, oder? Anscheinend doch.). 

Dennoch trotz diesen Schwächen (und der, für meinen Geschmack, etwas merkwürdige Romanzen-Entwicklung) ist es ein recht unterhaltendes Buch, wie ich es schon mehrmals gesagt habe. Man kann gut über die Schwächen hinweg sehen, auch, wenn man dafür nicht sonderlich in die Geschichte gesogen wird. 

Bewertung:

Abschliessend kann ich nur noch einmal das Gleiche wie ganz am Anfang sagen: "unterhaltend - aber nicht wirklich gut" - 3 Sterne.

Details:

Name: Throne of Glass - Die Erwählte
Original: Throne of Glass
Autor: Sarah J. Maas
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenanzahl: 496
Wo?: Amazon

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