Warten auf Godot / Endspiel / Glückliche Tage


Warten auf Godot / Endspiel / Glückliche Tage von Samuel Beckett

Zusammenfassung:

Warten auf Godot:

Irgendwo an einer Landstrasse warten die Protagonisten Estragon und Wladimir auf einen Unbekannten namens Godot. An den Grund der Verabredung erinnern sie sich nicht; sie wissen auch nicht, ob und wann Godot kommen wird. Beide Akte umfassen einen Tag in einer nicht bestimmbaren Zeit.

Endspiel:

Das Drama in einem Akt spielt in einem leeren und düsteren Raum - lediglich zwei kleine Fenster eröffnen weit oben im Hintergrund den Blick nach draussen. Im Raum befindet sich der blinde und gelähmte Hamm, welcher immerzu in einem Sessel sitzt. Neben ihm steht auf steifen Beinen sein Diener, Clov. Hamms Eltern, Nagg und Nell, sind beinlos und vegetieren in zwei Mülltonnen dahin. Die Welt ausserhalb des Raumes ist offenbar tot.

Glückliche Tage:

Eine weite, versengte Grasebene, eine Frau, ab der Taille versunken, bewegungsunfähig, die tiefer und tiefer rutscht. In ihrer Nähe ihr Mann, ein schwerhöriger, schläfriger, wortkarger Vierbeiner, der sich nur kriechend fortbewegen kann. 

Rezension:

Warten auf Godot:

Schon auf der ersten Seite war es leider nur allzu klar, dass Warten auf Godot genau meinem Geschmack entsprechen sollte. Die Absurdität, der Witz, der Aufbau an sich, das Setting, das alles sind eigentlich Dinge, die ich sonst unendlich schätze und doch hat es hier einfach nicht funktioniert. Ich habe gelesen und gelesen und nur darauf gewartet, dass es endlich *Klick* macht und ich die Geschichte so gern habe, wie ich sie "haben sollte". Das ist allerdings nicht passiert (obwohl ich das Stück doch immer besser fand, je länger ich gelesen habe), die Atomsphäre hat einfach nicht  für mich funktioniert, weshalb ich fürchterlich enttäuscht war, wofür ich allerdings auch keinen richtigen Grund erkennen kann. Tatsächlich habe ich ständig Stellen erkannt, von denen ich mir dachte, dass ich sie eigentlich unglaublich toll finden sollte, aber irgendwie blieb es bei einer objektiven Beobachten und die korrespondierenden Gefühle blieben aus. Vielleicht muss ich es einfach ein anderes Mal nochmal lesen und dann kommt das, oder so. Aber von meinem jetzigen Standpunkt kann ich nur sagen: Ein Stück, welches sehr gut ist, nur leider nicht für mich funktioniert hat.

Endspiel:

Endspiel hat mir besser gefallen! Zwar auch nicht so gut wie ich es finden sollte (glaube ich - ist echt doof sich zu sagen "das müsstest du besser finden", aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich das "eigentlich müsste"), die Atmosphäre hätte mich sicher umhauen können und einige der Aussagen haben mich auch so kurz stocken lassen. Doch, wie schon bei Warten auf Godot, hat es einfach nicht richtig auf mich gewirkt, nicht so, wie es das sollte. Trotzdem sehr empfehlenswert, ob die Geschichte funktioniert oder nicht.

Glückliche Tage:

Zu meiner grossen Erleichterung hat Glückliche Tage tatsächlich auch auf mich gewirkt und ich fand es grossartig. Der Kontrast zwischen Winnie und ihrer Lage war irgendwie unheimlich beengend und sich das ständig vorstellen zu müssen, wie man da feststeckt, war einfach unangenehm (die richtige Art von unangenehm). Das es dann auch recht anstrengend ist, ihren ununterbrochenen Monolog zu lesen, gibt zusätzlich noch das Gefühl, dass Willie wohl haben muss, wenn er daliegt und sie hört, wobei ich allerdings auch viel Sympathie für Winnie empfunden habe (was Willie wohl auch hat) hat zusätzlich auch zur Atmosphäre beigetragen.

Bewertung:

Schweren Herzens lege ich mich auf 3.5/5 Sterne fest, sicher, dass die Stücke mehr verdient hätten.


Details:

Name: Warten auf Godot / Endspiel / Glückliche Tage - Drei Stücke
Original: Waiting for Godot / Endgame / Happy Days
Autor: Samuel Beckett
Verlag: Suhrkamp Verlag
Seitenanzahl: 211
Wo?: Amazon

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