Wait for you


Wait for you von Jennifer L. Armentrout

Zusammenfassung:

Avery Morgenstern zieht von Texas nach West Virginia, um auf ein kleines College zu gehen, wo niemand sie kennt. Sie will ein neues Leben beginnen, fern von ihrer schmerzhaften Vergangenheit. Neben neuen Freunden macht sie an ihrem ersten Tag auf dem College auch Bekanntschaft mit dem unverschämt charmanten Cameron, der so gar nicht in ihr neues, ruhiges Leben passt - und keine Gelegenheit auslässt, sie um ein Date zu bitten. Avery erteilt ihm einen Korb nach dem anderen, doch so schnell gibt Cam nicht auf...

Rezension:

Das hier wäre jetzt eigentlich der Punkt, an dem ich mich zuerst einmal rechtfertigen würde, weshalb ich das überhaupt gelesen habe. Aber, ganz ehrlich? Ich weiss es eigentlich nicht genau, manchmal lese sogar ich gerne irgendwelche Romanzen, in der Hoffnung, dass sie diese super niedliche Art von "Fluff" darstellen oder - wenn das nicht/trotzdem/gerade deswegen - die Geschichte einfach so überdreht ist, dass ich mich dabei kaputt lachen kann. Cut me some slack - sogar ich kann Romanzen mögen. Wenn sie denn gut gemacht sind. (Ist diese übrigens nicht - Spoiler für die restliche Rezension. Sorry 'bout that.)
War es denn eines von den beiden Dingen? Nope. Leider wirklich nicht. Die Geschichte war voller Klischees (So sehr, dass ich nicht einmal das Gefühl habe, dass ich irgendetwas spoilern könnte, jeder, der die ersten 50 Seiten liest, weiss schon genau, wie die Geschichte ausgehen wird, dass man es dann tatsächlich liest ist nur der Vollständigkeit halber - ich meine, es gibt nicht einmal eine Art fantastisches Element, welches auch noch irgendwie aufgelöst werden müsste, naja. So ist das halt manchmal.)
Die Kurzfassung ist, aus meiner Sicht also diese: Die Geschichte ist ein einziges, dickes, fettes, langweiliges Klischee (Und das kommt von jemanden, der noch nicht viele Liebesgeschichten gelesen hat, irgendwie spürt man einfach, dass das alles Klischees sind, wenn du verstehst was ich meine? Es fühlt sich alles wirklich generisch an, als sollte mir alles schon vertraut sein). Die Charaktere sind genau das Gleiche, ausnahmslos alle verkörpern irgendein Klischee und dann kommt noch dazu, dass die Nebencharaktere (aka. Averys "Freunde") ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr ein Eigenleben haben, sondern nur noch auftauchen, um dem Leser zu sagen, dass Cam und Avery wirklich ein niedliches Paar sind. Darauf, wie mit Averys Vergangenheit umgegangen wird und wie sie darüber hinwegkommt will ich gar nicht wirklich reden. Ich meine, es ist halt ein einziges Klischee-Buch, was erwartet man da schon gross? Dass man eine tatsächlich gute Charakter-Study geliefert bekommt? Dass das Thema differenziert betrachtet wird? Verarschen kann ich mich selber.

Auf einige Punkte will ich jetzt aber noch weiter eingehen, einfach, weil die mich wirklich genervt haben.

Erstens die Charaktere. Ich habe bisher ja noch nicht übermässig viele Rezensionen hier geschrieben, aber ich glaube, jeder der ein wenig aufgepasst hat, sollte kapiert haben, dass Charaktere für mich eine grosse Sache sind. Ich liebe gute Charaktere, ich liebe sie über alles, eine Geschichte mit guten Charakteren könnte ich sogar lesen, wenn nichts passiert, ausser, dass sie am Küchentisch sitzen und Kuchen essen! Eine Geschichte mit schlechten Charakteren hingegen? Sie ist leblos, langweilig, fad, ätzend. Anfangs hat es mich nicht sonderlich gestört, dass die Charaktere langweilige, wandelnde Klischees sind. Immerhin sind das schon etablierte Klischees, da kann man ja nicht mehr viel falsch machen, es ist nur ein wenig langweilig. Aber irgendwann wurde es mir einfach zu viel. Jedes mal, wenn die Steph wieder als die "böse Schlampe" dargestellt wird, weil sie sich an einen Jungen ranmacht, der offensichtlich immer mal wieder mit ihr geschlafen hat, hat es mich etwas mehr gestört (Was, wie ich finde, schon sehr verständlich ist, aber auch unterstreicht, dass man sich in diesem Buch wirklich alles andere als differenziert mit dem Thema der Sexualität beschäftigt hat - und ja, das obwohl es einen schwulen Charakter gegeben hat.). Jedes Mal, wenn wir wieder etwas mit Jacob und Brit zu tun hatten, haben sie mehr von ihrer Fassade einer Persönlichkeit verloren und wurden einfach immer mehr zu einer winzigen Truppe aus "wir leben eigentlich nur, um dir zu sagen, was du über Avery und Cam denken sollst - die sind nämlich total süss, glaub uns das.". Igitt. Avery schien ja nichtmal interessiert an Kontakt mit ihnen, wieso zum Teufel haben sie sich mit ihr abgegeben? (Allerdings ist das eine Frage, die immer wieder fröhlich - bzw. ziemlich traurig/wütend - durch den Kopf schwebt, wenn ich genau diese Art von Klischee-Geschichte lese - irgendwie werden beste Freunde nie ernst genommen. Wer braucht schon Freunde, wenn man einen perfekten Freund hat?)

Damit hängt auch Cam als Person zusammen. Urgh. Igitt. Ich will eigentlich nicht viel zu ihm sagen, weil, wie schon betont, er ist einfach ein Klischee-Charakter und man könnte das über ganz viele andere männliche Protagonisten in Romanzen sagen, aber er war 1. total unrealistisch, 2. total überromantisiert und 3. TOTAL UNREALISTISCH. MAN! (Jaja, Punkt eins und drei sind Gleich, aber das ist mir herzlich egal.) Dieser Badboy-zu-Goodguy-Wandel ist einer der Punkte, genau so wie der typische "ich habe dich schon vom ersten Moment an geliebt"-Bullshit. Bleibt mir bitte mit diesem ernst gemeinten Insta-Love-Mist vom Hals. Bitte. Dann auch noch seine Figur. Ich meine, wann macht der bitte Sport? Ja, es gibt Typen die sehr dünn sind, viel essen, aber, weil sie halt den entsprechenden Metabolismus haben trotzdem dünn bleiben können und, weil sie halt dünn sind, verhältnismässig definierte Muskeln haben. Aber das lässt sich einfach nicht auf Leute anwenden, die "breit" sind und viel Muskelmasse haben. Ich meine, ist manchen Autoren eigentlich bewusst, wie viel Arbeit es ist, ein Sixpack zu bekommen? Ich glaube, die hätten alle eine gute Portion "Bruder mit Muskel-Ambitionen" gebraucht, als sie noch jünger waren, um ihnen das begreiflich zu machen.
Hier will ich das Thema Cam allerdings wieder fallen lassen. Wenn du mehr über Charaktere wie ihn erfahren willst, dann schau dich einfach ein wenig in Rezensionen zu anderen YA-Romanzen-Dingern um, du wirst schon fündig werden.

Zuletzt will ich noch einmal betonen, wie Schlimm die Klischees sind. Ich meine, es fängt ja schon bei Superdupermegaoberattraktiver Typ trifft auf supermegaoberkrassschüchternes Mädchen an, hört da aber bei weitem nicht auf. Wir haben das obligatorische Trennung, weil Drama sogar in doppelter Ausführung! :O 
Urgh. Wirklich. Das beste ist auch - und an der Stelle musste ich tatsächlich ein wenig lachen (ich hatte wirklich gehofft, dass ich das beim restlichen Buch auch muss, aber leider war es irgendwie eher traurig schlecht, als amüsant mies), als am Ende Jase über Cams kleine Schwester geredet hat war ich mir zu 100% sicher, dass das nächste Buch die beiden als Paar behandelt und genau gleich wie "Wait for you" ist. Kurze Recherche (ich zitiere aus der Zusammenfassung des nächsten Buches): 
Teresa Hamilton wollte immer nur eines: Tänzerin werden. Doch als ihr grosser Traum nach einer Verletzung plötzlich in weite Ferne rückt, ist es Zeit für Plan B: ein College-Abschluss. Kurz darauf trifft sie am Campus nicht nur ihren grossen Bruder Cam, sondern auch dessen besten Freund Jase - der Teresa einst den unglaubichsten Kuss gegeben hat, den die Welt je gesehen hat.
*Cue Imas durchgedrehtes Lachen - Fade Out*

Ende.

Bewertung:

Es ist kein totaler Reinfall. Ich bin ausserdem sehr grosszügig und nett und ich war erst in der letzten Hälfte des Buches ernsthaft genervt. 1.5/5 Sternen. Meine Grosszügigkeit strahlt auf mich herab, wie ein viel zu greller Heiligenschein.

Details:

Name: Wait for you
Original: Wait for you
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Piper Taschenbuch
Seitenanzahl: 448 
Wo?: Amazon

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