Ein gutes Leben


Ein gutes Leben von Daniel G. Spieker

Zusammenfassung:

Olivers Leben ändert sich in wenigen Wochen. Vom Studenten zum leitenden Angestellten. Doch bald schon kommen ihm erste Zweifel. 
"Glaubst du wirklich, dass man sich hinsetzt und plötzlich die Eingebung hat? Und dann wird alles gut?"
Er sah mich an und ich wusste nicht, was ich sagen sollte. 
"Wie hast du's dann gemacht?"

Rezension:
"Schön, dass Sie sich für unseren Dienst entschieden haben", sagte sie.
Disclaimer: Wie schon beim letzten Buch von Daniel (Ausgelöscht) muss ich kurz anmerken, dass ich nicht nur mit dem Autor befreundet bin, sondern dieses Buch auch als Rezensionsexemplar von ihm erhalten habe. Ich werde mir trotzdem grosse Mühe geben, möglichst objektiv und wahrheitsgetreu in meiner Bewertung zu sein.

Dies ist ein sehr kurzes Buch und ich habe aus Erfahrung gelernt, dass man kurze Bücher wirklich nicht unterschätzen darf. In wenigen Worten kann sehr viel Kraft stecken und Daniel hat schon öfters bewiesen, dass er diese Kunst sehr wohl beherrscht - unter anderem kann man das auch in diesem Buch erkennen.

Die Geschichte schafft es wirklich, mit nur wenigen Worten eine ganz bestimmte Stimmung zu erzeugen, den Leser nur mit einem Namen zum stutzen zu bringen oder die Realität ein wenig umzudrehen. Leider muss ich aber auch sagen, dass mir die Dinge teilweise etwas zu schnell vorwärts getrieben wurden. Ich hätte immer wieder gerne etwas mehr Aufbau/Ausbau gehabt, etwas mehr Gelegenheit das Unheimliche und Fremde in der Geschichte zu spüren, mich beunruhigen zu lassen.

Der Anfang und das Ende waren, aus meiner Sicht, die besten Attribute der Geschichte. Das Buch beginnt mit einem prägnanten Einstieg in die Geschichte und einem Raschen Aufbau an Spannung, der nur gegen Ende hin etwas verloren geht, bevor sich das Ende dann wieder richtig fest zurrt. Das ist eine weitere Kunst, die der Autor (oder Daniel... oder Spieker, keine Ahnung, wie ich ihn hier nennen soll - es wirkt alles irgendwie falsch?) wirklich beherrscht: Prägnante und prägende Enden. Darauf freue ich mich eigentlich die ganze Geschichte über, zu sehen, wie sich am Ende das Licht ändert, bevor die Welt in Dunkelheit entschwindet. Sehr, sehr schön.

Ich möchte aber noch erwähnen, dass es verschiedene Stellen in der Geschichte gab, die mir etwas merkwürdig formuliert vorkamen. Ich weiss nicht, ob das Absicht war - einmal hiess es z.B. dass Gedanken "in mir" hallten (oder so), anstelle von "in meinem Kopf" - oder nicht, aber mich hat es an einigen Stellen etwas befremdet. Das ist, wie mir sehr wohl bewusst ist, natürlich etwas, dass man bei einer solchen Geschichte als gezieltes Mittel einsetzen könnte, aber, naja, wie gesagt, mich hat es eher aus der Erzählung geworfen, als mich in sie hineinzuziehen. 

Natürlich möchte ich auch die Kurzgeschichte von Devon Wolters erwähnen - wenn auch nur nebenbei - die mir wirklich sehr gefallen hat und ein guter Zusatz zur Hauptgeschichte ist (wobei es, abgesehen vom Titel, nicht viele Ähnlichkeiten zur Hauptgeschichte hat, aber ich bin da nicht wählerisch). Ich freue mich auch schon sehr darauf, in der Zukunft mehr von ihm zu lesen. 

Um noch schnell den Vergleich zu Daniel Debütroman zu ziehen muss sagen, dass, obgleich Ein gutes Leben sehr gut ist, mir Ausgelöscht besser gefallen hat. 

Grundsätzlich gibt es wohl - vor allem - folgendes zu sagen: Es keine Ausrede gibt, dieses Buch nicht zu lesen. Es ist gut, kurz, und (das E-Book) gratis. 

Bewertung:

Wie ich schon sagte: Mir hat viel an diesem Buch gefallen, einiges aber nicht ganz so. Insgesamt würde ich es also mit 3.5/5 Sternen bewerten. 

Details:

Name: Ein gutes Leben
Autor: Daniel G. Spieker
Verlag: Books on Demand
Seitenanzahl: 74
Wo?: Amazon

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