Jackaby


Jackaby (Jackaby #1) von William Ritter

Zusammenfassung:

New Fiddleham 1892: Neu in der Stadt und auf der Suche nach einem Job trifft die junge Abigail Rook auf R. F. Jackaby, einen Detektiv für Ungeklärtes mit einem scharfen Auge für das Ungewöhnliche, einschliesslich der Fähigkeit, übernatürliche Wesen zu sehen. Abigails Talent, gewöhnliche, aber dafür wichtige Details aufzuspüren, macht sie zur perfekten Assistentin für Jackaby. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag steckt Abigail mitten in einem schweren Fall: ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt ...

Rezension:
"Und ... wurde die Stelle schon besetzt?", fragte ich. 
"Ja", antwortete der Detektiv, und ich liess entmutigt die Schultern sinken. "Seitdem die Anzeige aushängt, wurde sie schon fünf Mal besetzt - und fünf Mal wurde sie wieder frei. Drei junge Männer und eine Frau haben sich gleich nach ihrem ersten Fall entschlossen, die Stelle wieder aufzugeben. Der letzte Gentleman hat sich als weitaus belastbarer und ungleich nützlicher erwiesen als seine Vorgänger. Er bleibt bei mir in einer ... anderen Funktion." 
"In welcher Funktion?" 
Jackabys Schritte stockten und er wandte den Kopf leicht ab. Seine gemurmelte Antwort ging fast im Winde unter. "Vorübergehend als ... Wasservogel."
Ein herzliches Dankeschön an Randomhouse, dass sie mir ein Leseexemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt haben! 

Das war ein Spass! Die Art von erfrischender Geschichte, wie man sie von einem Buch erwarten würde, in welchem ein Sherlock Holmes des Übernatürlichen, in Begleitung einer fleissigen Krimi-Leserin, durch, von Monstern verursachte, Abenteuer stolpert.

Der Vergleich zwischen Jackaby und Sherlock Holmes ist unmissverständlich, Abigail spricht ihn selber an (und ist deshalb umso beeindruckter von Jackaby). Natürlich ist er allerdings gleichzeitig auch alles andere als ein genialer Detektiv, dem alle möglichen Details ins Auge fallen, die direkt vor jedermanns Nase liegen, sonst aber niemand wahrnimmt (weil sie schlichtweg unfähig sind, nicht weil es dazu ein besonders geübtes Auge braucht). Er sieht lediglich, was sonst niemand sehen kann und das, so "unscheinbar" das auch klingen mag, macht einen Grossteil seines Charmes aus. 

Im Gegensatz dazu haben wir natürlich Abigail. Abigail, welche ihr Leben lang schon ihre Nase in Büchern stecken hatte. Sie hat offensichtlich schon alles mögliche an Kriminalromanen gelesen und ist überzeugt, dass sie zumindest eine Ahnung hat, worauf man zu achten hat, wenn man als Detektiv arbeiten muss. Und, Hand aufs Herz, wenn ich glauben würde, einem Sherlock Holmes gegenüber zu stehen, ich hätte vermutlich den genau gleichen Details Beachtung geschenkt, wie sie, aus genau den gleichen Gründen. 
"Briefkästen?", sagte er.
"Ähm, ja. Im Foyer."
Seine Mundwinkel zogen sich zu einem amüsierten Grinsen nach oben. "Das ist ganz schön schlau von Ihnen, Miss Rook. Wirklich ganz schön schlau."
"Finden Sie?" Ich ertappte mich dabei, meinen sonderbaren neuen Arbeitgeber unbedingt beeindrucken zu sollen. "Dient es den Ermittlungen?"
Jackaby wandte sich mit einem leisen Lachen ab, um die Tür zu öffnen. "Nicht im Geringsten - aber dennoch äusserst scharfsinnig. Wahrlich äusserst scharfsinnig."
Wie man es sich vorstellen kann, ist die Mischung dieser beiden Charaktere und der neuen Umstände (also all dem Paranormalen) sehr unterhaltsam. Es gab mehrere Stellen, an denen ich in mich hinein gekichert habe - alles in allem habe ich mich gut amüsiert.

Die Geschichte an sich (also das Rätsel, welches gelöst werden muss) ist angenehm spannend. Man hegt eigene Verdächte, wobei ich persönlich genau ins Schwarze getroffen habe, aber es war dennoch alles andere als langweilig. Das liegt auch nicht nur daran, dass das Übersinnliche alleine ein gewisser Faktor ist, sondern allgemein einfach an einem guten Spannungsbogen. Die Geschichte ist fast-paced und lässt keine langweiligen Momente zu.
Am anderen Ende der Stadt verbrachte Mr Henderson - der Mann, der den stummen Schrei der Banshee gehört hatte - den Abend damit, zu sterben. Genauer gesagt brachte er nur einen sehr kleinen Teil des Abends mit Sterben zu, den Rest des Abends verbrachte er damit, tot zu sein.
Bewertung:

Da muss ich echt nicht länger drüber nachdenken; 4/5 Sterne. (Ich würde ausserdem meinen, dass, sollten dir die Zitierten Textstellen zusagen, du wirklich eins bis zwei Augen in dieses Buch werfen solltest.)

Details:

Name: Jackaby
Original: Jackaby
Reihe: Jackaby
Autor: William Ritter
Verlag: cbt
Seitenanzahl: 320

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