Flirt mit Nerd


Flirt mit Nerd von Leah Rae Miller

Zusammenfassung:

Was macht einen eigentlich zum Nerd? Na klar ... heimlich Comics lesen im Bett. Zumindest fängt es so an, glaubt Maddie - blond, beliebt und Freundin des heisstesten Footballstars der Schule. Manche Dinge bleiben also besser geheim. Das funktioniert auch ganz gut, bis zu dem Tag, als ihr Lieblings-Comic es nicht in ihren Briefkasten schafft. Maddie muss ernsthaft höchstpersönlich in den freaking Comic-Laden in der Stadt. Wenn das ihre Freundinnen wüssten! Incognito, mit Riesen-Sonnenbrille und Kapuze, trifft sie dort aber Logan, den süssesten, tollsten Nerd überhaupt. Für Maddie beginnt ein verrückter Sommer voller Flirts und Versteckspiele.

Rezension:
Ich kriege meine Gedanken gerade noch in den Griff, ehe sie total entgleisen. Jetzt ist aber Schluss mit dem Rumfantasieren, es werden keine hinreissenden Nerds mehr geküsst, ganz gleich, wie küssenswert sie aussehen.
(Ich erhebe übrigens Veto. Aber das nur so nebenbei.)

Gut, ich bin ertappt. Du hast den Titel gelesen, du hast das Cover gesehen, ich bin aufgeflogen, habe mich mit meinem dunklen "Nacht-im-Wald"-Tarnanzug direkt in ein Weizenfeld an einem wolkenfreien Sommernachmittag gestellt. Mein kaltes, liebloses, gar Romanzen-verachtendes Herz ist offensichtlich weich geworden und ich habe mich auf den erst besten romantischen Titel gestürzt, der mir in die Quere gekommen ist. Und ich fand es klasse. Da, jetzt ist es raus. Es war klasse.

So, jetzt aber im ernst. Ich bin normalerweise (oft) jemand, die bei schnulzigen Geschichten aufstöhnt, oder sich darüber lustig macht. Nun ja, "normalerweise" bedeutet eben "normalerweise" und es gibt durchaus ziemlich viele Ausnahmen. Eine gute Liebesgeschichte ist einfach etwas unheimlich sympathisches, man kann bedenkenlos ein wenig in glücklich-flauschigen Gefühlen schweben, es muntert auf (und teilweise zieht es dann auch wieder ziemlich runter, aber Spannungsbögen gehören halt dazu) und stimmt allgemein optimistisch. Die meisten dieser Bücher gehören auf meine persönliche "guilty pleasures"-Liste, weil ich sie oft aus (verhältnismässig) objektiven Standpunkten aus nicht besonders gut finde (die Charaktere sind nicht wirklich ausgearbeitet, die Geschichte ist albern, was-weiss-ich-was). Flirt mit Nerd gehört definitv auch dazu. Maddie war recht oberflächlich, Logan auch, alles war ein wenig zu convenient, Freunde werden ziemlich vernachlässigt und so weiter und so fort.

Und trotzdem hat mir dieses Buch irre viel Spass gemacht. Der Anfang hat mich begeistert (ich liebe es, wenn sich Leute schamlos enthusiastisch über Dinge freuen), das Ende war zum quieken komisch (Sag nicht weiter, das ich gequiekt habe, ja?). Logan war ziemlich sehr hinreissend, Maddie hat sich endlich selbst entdeckt (naja, "entdeckt", wohl eher geöffnet oder so) und ich bin gar nicht mehr aus dem Grinsen gekommen.

Alleine der Mittelteil hat mich irritiert (Also, so, die erste Hälfte der zweiten Hälfte der Geschichte? Nicht ganz das dritte Viertel, eher das vierte Fünftel oder so. Hm. Egal.). Das ganze, irgendwie überflüssige, Drama und das Versteckspiel, das ich sowieso nicht ganz kapiert habe (Also, naja, irgendwie schon, aber doch keine fünf Jahre lang, oder? Ich meine, wir sind hier doch alle gebildete Leute, die sich mit Hank und John Green auskennen und ganz besonders damit, dass jeder, der sich aufrichtig enthusiastisch über einen spezifischen Themenbereich freut, ein Nerd ist. Enthusiastische Leute brauchen normalerweise jemanden, mit dem sie sich austauschen müssen - und glaub mir, ich kann monatelang jedem Menschen, mit dem ich rede, über irgendein Thema vorschwärmen, wenn ich es toll finde, ganz schamlos, egal, ob mir zugehört wird oder nicht. Eine enthusiastische Person ohne Zuhörer ist eine traurige Person - das muss natürlich nicht für alle Leute stimmen, aber in Maddies Fall trifft das halt zu - ein Nerd ohne Freunde, mit denen er sich austauschen kann, ist ein trauriger Nerd. Fünf Jahre - ganz ehrlich, ich bin mir nicht mehr sicher, ob es fünf Jahre waren - lang ein trauriger Nerd zu sein muss extreeem deprimierend gewesen sein und Maddie hat nie auch nur daran gedacht, ihren Freunden sachte beizubringen, dass Comics tatsächlich extrem cool sein könnten? Echt jetzt?), beides ist mir ein wenig auf den Nerven rumgeritten. Aber zum Glück hat sich Maddie ja recht schnell wieder gefangen (Und der Showdown hat sich wirklich gelohnt! :D Das war ziemlich klasse!).

Bewertung:

Wie schon erwähnt, da gibt es sowohl eine (verhältnismässig) objektive Meinung und eine absolut und total subjektive Meinung, welche beide in meinem Kopf rumgeistern. Ich beschliesse mich jetzt aber eher auf die Seite der enthusiastischen, total niedlichen Nerds zu schlagen und lasse die subjektive Meinung gewinnen - 4/5 Sterne.

Details:

Name: Flirt mit Nerd
Original: The Summer I became a Nerd
Reihe: Nerd
Autor: Leah Rae Miller
Verlag: cbt
Seitenanzahl: 352
Wo?: Amazon 

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