Die letzte Drachentöterin


Die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde

Zusammenfassung:

Jennifer Strange ist fünfzehn Jahre alt, Findelkind und aktuell die Leiterin von Kazam, einer Agentur, die Zauberer vermittelt. Die Zeiten, als die Zauberer noch vor Magie strotzten, sind längst vorbei. Wer einst ganze Berge versetzte, liefert heute auf seinem fliegenden Teppich Pizza aus. Die Geschäfte von Kazam laufen dementsprechend schlecht, und die Magier müssen um ihre Jobs fürchten.
Als wäre das nicht genug, macht auch noch die Vorhersage die Runde, dass der letzte Drache sterben wird - und zwar durch die Hand von niemand Geringerem als Jennifer. Schnell wird ihr klar, dass nicht nur ihr Leben, sondern die Geschicke aller Bürger in den Ununited Kingdoms auf den Kopf gestellt werden...

Rezension:
"Da gibt es nichts abzustimmen", sagte Lady Mawgon und griff nach dem Scheck. "Die Richtung war noch nie so klar."
"Wenn Sie den Scheck ohne Abstimmung auch nur anrühren, molche ich Sie", sagte Moobin.
Das war eine heftige Drohung. Jemanden in einen Molch zu verwandeln, war der letzte Ausweg für einen Zauberer. Es war irreversibel und praktisch Mord.
Meeeeh. Irgendwie bin ich enttäuscht. Ich finde das richtig schade, weil die ersten hundert-oder-so Seiten ziemlich vielversprechend waren. Ich fand die quirky Art der Geschichte liebenswert, mochte den Witz, der darin liegt und habe mich gut mit dem Buch amüsiert. Aber die restlichen hundertfünfzig-oder-so Seiten waren leider nicht mehr wirklich toll. Irgendwie hat alles sehr random gewirkt, es gab nur noch einige wenige lustige Stellen und Charaktere-mässig war alles überflüssig oberflächlich. Ich hätte dieses Buch so gerne bedingungslos in mein Herzchen geschlossen, leider hat es dieses um ein paar Meter verfehlt und liegt jetzt irgendwo traurig auf dem Boden rum (nicht wirklich - gerade liegt es in meinem Bett und gleich werde ich es, durchaus sorgfältig, in mein Regal legen). 

Angefangen hat es eigentlich damit, als die ersten grösseren "Plot twists" passiert sind. Diese werden nämlich einfach irgendwie in den Raum geworfen. Wer schonmal Terry Pratchett oder Douglas Adams (es gibt sicher auch einige andere Autoren, die diesen "Stil" vertreten, aber Pratchett und Adams sind die berühmtesten Beispiele, die mir gerade einfallen) gelesen hat, der weiss, dass das durchaus lustig sein kann. Das Problem ist nur, dass in den Fällen beider Autoren diese Plot twists eben doch eingeführt werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden, und sei es nur, absichtlich eine falsche Fährte zu legen, um dann dadurch einen komischen Effekt zu erzielen. Im Gegensatz dazu sieht man den Plot twist im Falle von Die letzte Drachentöterin schon aus meilenweiter Entfernung und dann werden einem die Tatsachen irgendwie einfach nur vor die Füsse geworfen, ohne, dass mehr damit gemacht wird, als, dass eine ominöse Stimme ein mürrisches "hier, hast du" von sich gibt. Natürlich kommen dann natürlich auch noch 1001 solche Informations-Packete innerhalb von kürzester Zeit auf einen eingeprasselt, weswegen dann alles so random und zerpflückt wird. (Später beruhigt sich das dann wieder, weshalb es dann doch noch einmal eine, eher kürzere, Phase gibt, in der die Geschichte um einiges besser auf mich wirken konnte. Leider wirklich eher kurz.)

Das Gleiche passiert eigentlich auch mit den Charakteren. Sie werden einem einfach irgendwie vorgesetzt. Natürlich, Tiger ist ziemlich niedlich und das Quarktier ist ein toller kleiner Quark, aber viel mehr kann ich über die Charaktere irgendwie nicht sagen. Dazu kommt auch noch, dass Jennifer in Bezug auf Charaktere unglaublich naiv ist. Eine Tatsache, die "glücklicherweise" noch gegen sie gewendet wird, sonst wäre ich ziemlich traurig geworden (so hat sich das irgendwie ein wenig wie Frozen angefühlt).

Mitunter am schlimmsten fand ich dann das Ende. Irgendwie war die ganze Geschichte ziemlich flau und nichts ist wirklich passiert, dann kommt aber noch ein Ende, in dem irgendwie "alles" aufgeklärt und zu einem "Happy End" geführt wird. Das ist, und das klingt jetzt vermutlich ziemlich böse, einfach unverdient. Ausserdem wirkt es zusätzlich auch noch unglaublich rushed, was alles nur noch schlimmer werden lässt. 

Bewertung:

Ich wiederhole: Meeeh. 2.5/5 Sterne. Keine Ahnung. Ich bin traurig.

Details:

Name: Die letzte Drachentöterin
Original: The Last Dragonslayer 
Autor: Jasper Fforde
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 256
Wo?: Amazon

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