Emmy & Oliver


Emmy & Oliver von Robin Benway

Zusammenfassung:

Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Surfen oder auf Partys gehen kann sie nur hinter dem Rücken ihrer Eltern. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als der Nachbarjunge entführt wurde. Und auch nachdem Oliver zurückgekehrt ist, ändert sich daran nichts. Dabei will Emmy einfach nur Zeit mit Oliver verbringen. Auf den Wellen reiten. Glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Rezension:

Ich möchte diese Rezension direkt mit einem fetten Plottwist beginnen. Lieber Leser meiner Worte, ich bitte dich, schau dir noch einmal das Cover an, lies dir noch einmal die Zusammenfassung durch und sag mich dann: Was ist das für eine Geschichte?
Hier der Plottwist: Nein, es ist keine Liebesgeschichte zwischen Emmy und Oliver, die die Tage auf dem Surfbrett verbringen und sich gemeinsam durch den Sand wälzen. Überraschend, ich weiss. Aber es geht tatsächlich um so viel mehr, die Liebesgeschichte ist nur ein "Beigeschmack", Teil des grösseren Ganzen. Und das ominöse grössere Ganze ist, frankly, ziemlich wundervoll. 

In diesem Buch werden ziemlich viele zwischenmenschliche Beziehungen behandelt - die zwischen Eltern und ihren Kindern, die zwischen Freunden und (ja auch) die zwischen Liebenden (oder Verliebten - wie auch immer). Dies auf eine wirklich ausserordentlich hübsche Art und Weise. Man kann sich unheimlich gut in jeden Charakter hineinfühlen, (so ziemlich) jeder ist irgendwie differenziert dargestellt (mit ein paar Ausnahmen - Kann mir irgendjemand die Brandon-Geschichte erklären?), was ich sehr zu schätzen weiss. Besonders, wenn man bedenkt, was ich letztes Mal zu bemängeln hatte, als ich eine Liebesgeschichte gelesen habe. Da waren z.B. die beiden "besten Freunde" irgendwann nur noch ein irrelevanter Cheerleadingtrupp, welcher das "Hauptpärchen" angefeuert hat und sonst hatten sie kein Leben. Das ist hier ganz anders. Tatsächlich wird sogar angesprochen, wenn sich die Geschichte zu weit von ihnen entfernt und sie beginnen sich zu beschweren, dass sie vernachlässigt werden (was nur recht und billig ist, wie ich finde). 

Natürlich ist nicht alles rosig. Ich habe z.B. nicht kapiert, wie es kommt, dass alle einfach angenommen haben, dass Emmy und Oliver direkt zusammenkommen sollten? Ich meine, ja, vielleicht hat sich gerade eine gewisse Art der Liebe zwischen ihnen gebildet, bevor sie getrennt wurden, aber da waren sie sieben Jahre alt. In dem Alter habe ich mich auch auf Spielplätzen versteckt und meinem "Freund" heimlich einen Kuss auf den Mund gedrückt. Wenn irgendjemand glaubt, dass das ernst zunehmen ist, der ist ein ziemlicher Dummkopf. 
Ausserdem hat mich auch der Epilog irgendwie gestört. Der hat sich einfach angefühlt, als hätte Benway eine Obligation gehabt, am Ende noch allen ein Happy End zu verpassen und die Geschichte konfliktlos zu hinterlassen. Irgendwie langweilig und ich hätte es eigentlich lieber nicht gelesen. Naja. So läuft das halt manchmal.

Also, worum geht es denn jetzt wirklich? Die Hauptgeschichte dreht sich nicht um Emmy, wie sie mit Oliver zusammen kommt, sondern um Oliver, der nach Hause kommt.

Bewertung:

Wirklich süss und hübsch und hübsche Charaktere und Beziehungen und so, aber mit seinen eigenen Mängeln - 4/5 Sternen. (Ach, ausserdem ist das Buch ziemlich witzig, fällt mir gerade ein, sollte ich wohl irgendwo erwähnen. Aber doch, ziemlich witzig, indeed.)


Details:

Name: Emmy & Oliver
Original: Emmy & Oliver
Autor: Robin Benway
Verlag: Magellan
Seitenanzahl: 384
Wo?: Amazon

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